„Wir müssen hinschauen – wenn gegen Frauen Gewalt verübt wird!“ Drucken
Unter dem Titel „Gegen zunehmende Gewalt an Frauen – Wir schweigen nicht mehr – Jede Einzelne ist zu viel!“ luden die Courage-Gruppe Gelsenkirchen und das überparteiliche Personenwahlbündnis AUF Gelsenkirchen am 23. August zu einer Diskussionsveranstaltung ein. Anlass war der feige und langfristig geplante Mordanschlag eines Stalkers auf Seda eine junge Frau , Mutter von zwei Kindern aus Gelsenkirchen im Juni 2019.
Ihr Lebenswille und ihre Stärke waren ausschlaggebend, dass sie sich trotz 21 Stichwunden aus den Fängen des Täters befreien konnte und nach tagelangem Ringen überlebte. Ausgehend von einer Pressekonferenz, die von Monika Gärtner-Engel, Stadtverordnete von AUF-Gelsenkirchen, einberufen wurde, entwickelte sich eine große Welle der Solidarität, weit über Gelsenkirchen hinaus.
Die Teilnehmerinnen der Veranstaltung protestierten dagegen, dass Behörden und Polizei zu oft Anzeigen und Hilfegesuche, gerade gegen Stalking, nicht ernst nehmen. Courage-Frauen, Mitglieder von AUF Gelsenkirchen, der MLPD, eine Vertreterin des Bezirksfrauenausschuss von Verdi Emscher Lippe, Freundinnen aus der Zumba-Gruppe von Seda und viele Interessierte aus dem Stadtteil darunter auch einige Männer kamen und freuten sich  über eine Videobotschaft von Seda. Ihr geht es schon besser.

Zum Schluss haben wir uns revanchiert und Seda auch eine Videobotschaft mit Grüßen und dem Lied 'Frauen verbinden Welten' zurück geschickt. (Foto: Courage Gelsenkirchen).

Die Veranstaltung beschloss eine Resolution: „Wir zirka 50 Teilnehmerinnen und Teilnehmer dieser Veranstaltung in Gelsenkirchen werden Gewalt an Frauen weder hier in Gelsenkirchen, in Deutschland noch auf der ganzen Welt als „normal“ hinnehmen. Keine Frau, kein Mädchen darf mehr Opfer von Gewalttaten werden! Wir brechen das Schweigen und stehen in einer Reihe mit den Massenbewegungen wie #Metoo oder „Ni una mas – nicht eine mehr“.

Für uns hat Gewalt an Frauen System und ist Teil einer gesellschaftlich bedingten besonderen Unterdrückung der Frauen. Ein frauenfeindliches Bild wird über den Sexismus über zahlreiche Kanäle verbreitet.

Darum fordern wir auch „Stopp Sexismus!“
Die Tatsache, dass Gewalt gegen Frauen zum Kapitalismus gehört, darf keine Rechtfertigung für unterdrückerisches, überhebliches Verhalten gegen Frauen sein! Niemand hat das Recht dazu!

Eine der wichtigsten Schlussfolgerungen der Veranstaltung war, den Aufbau von Courage deutlich zu stärken, und dieses Anliegen ins Zentrum unserer Arbeit zu stellen.

Courage-Gruppe Gelsenkirchen, 1. September 2019